Grohmann - Biomechatronische Anlage

Die Perspektive des begleitenden Finanzinvestors

Mit starkem Lewa-Management: Technologie entwickelt, neue Produktfelder erschlossen und Vertrieb internationalisiert

6. Juli 2009: Nach vier Jahren Investitionsdauer veräußern wir unsere Beteiligung an der Lewa GmbH aus Leonberg – einem Unternehmen, das seit mehr als 50 Jahren technische Maßstäbe bei Membranpumpen und Dosieranlagen für die Prozesstechnik setzt. Der neue Eigentümer ist der Wunschpartner der Lewa-Führung. In der neuen Konstellation kann Lewa seinen Weg zu einem der global führenden Pumpenhersteller fortsetzen. Mit der Veräußerung geht ein Beteiligungsprozess zu Ende, der für die Arbeit der Deutschen Beteiligungs AG als beispielhaft gelten kann. Die Partnerschaft mit Lewa zeigt: Im Idealfall gewinnen alle Beteiligten – das Unternehmen und seine Mitarbeiter, das Umfeld und die Investoren.

Dass dies gelingt, hat einen Grund: Die Deutsche Beteiligungs AG leistet weit mehr als das Bereitstellen von Eigenkapital. Mit umfassender Erfahrung und differenziertem Know-how stehen wir während der Investitionszeit eng an der Seite unserer Unternehmen. Vom Beginn an begleiten wir sie dort, wo sie unseren Rat brauchen.

Allen Zielen voran stehen für die Deutsche Beteiligungs AG zwei Orientierungsgrößen: Profitabilität und Zukunftsfähigkeit ihrer Portfoliounternehmen. Profitabilität, weil dies der wesentliche Zweck und zentrale Motor jeder erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit ist und weil sie die Grundlage jeglicher unternehmerischer Handlungsfähigkeit ist. Und Zukunftsfähigkeit, weil sich die Ertragskraft allein durch ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell verstetigen lässt. Mit der Ausrichtung an diesen beiden Zielen schaffen wir zugleich die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Beteiligung: eine hohe Interessenidentität zwischen den beteiligten Anspruchsgruppen.

Unser Einsatz: Kapital, Zeit und Wissen

Die Deutsche Beteiligungs AG ist im Beteiligungsmarkt seit mehr als 40 Jahren erfolgreich aktiv. Wir begleiten Unternehmen für einen Zeitraum von vier bis sieben Jahren. Dabei bringen wir neben wirtschaftlichen Mitteln auch andere wichtige Stärken ein: Dies sind insbesondere ein Gespür dafür, wann Entscheidungen gefällt werden müssen, und ein differenzierter Erfahrungsschatz, der sich aus mehr als 300 Transaktionen im Mittelstand speist. Die von uns zur Verfügung gestellten Finanzmittel bieten Unternehmen neue Entscheidungs- und Handlungsräume – etwa dann, wenn in einem Familienunternehmen die Nachfolge zu regeln ist, wenn Fremdkapital zu ersetzen ist oder wenn größere Wachstumsschritte zu finanzieren sind.

Für das Gelingen des Beteiligungsprojekts aber mindestens ebenso wichtig ist, dass sich das Portfoliounternehmen zur richtigen Zeit auf den richtigen Weg begibt. Den wichtigsten Impuls geben wir unseren Beteiligungen zu Beginn unserer Beteiligungsphase, dann, wenn wir gemeinsam mit dem Management den Rahmenplan für die kommenden Jahre erarbeiten. Auch hier spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle – so zum Beispiel, wenn es gilt, für die vereinbarten Ziele die passenden Zeitfenster zu definieren. Unsere Arbeit zieht sich hin bis zum Exit, das heißt bis zu dem Tag, an dem wir das Unternehmen in solche Hände weitergeben, die das Unternehmen von diesem Zeitpunkt an weiter nach vorn bringen können als wir. Für Lewa fanden wir einen neuen Partner, der diese Anforderungen ideal erfüllt.

Die Grundlage für unsere Entscheidungen liefern Erfahrung und Wissen. Wir konzentrieren uns seit vier Jahrzehnten auf Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf der herausragenden Qualität ihrer Produkte und der damit verbundenen Dienstleistungen gründen. Solche Unternehmen findet man zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau, unter den Unternehmen der Automobilzulieferindustrie und in anderen Teilen der Wirtschaft, die oft global präsent sind und ein vielversprechendes Weiterentwicklungspotenzial haben. Mit den Strukturen solcher Unternehmen sind wir eng vertraut und pflegen ein feinmaschiges Netzwerk. Für unsere Arbeit mit Lewa zum Beispiel war dieser Hintergrund sehr hilfreich: Wir konnten dazu beitragen, die Nachfolge in der zentralen Führungsposition bei Lewa zu regeln.

Unsere Kriterien

Unternehmen

Ein Unternehmen aus den Kernsektoren, in denen wir schon seit Jahrzehnten investieren

Management

Ein bewährtes Management, das unternehmerisch agiert und sich selbst beteiligt

Markt

Eine starke Position in einem wachsenden Markt auf Basis der herausragenden Qualität der Produkte

Perspektive

Ein Unternehmen mit Wachstums- und Ertragspotenzial

 

Welchen Unternehmen unser Interesse gilt

Als Beteiligungsunternehmen richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Erschließung von unternehmerischen Potenzialen. In Lewa sahen wir diese Potenziale: Der Markt für Spezialpumpen ist ein grundsätzlich wachsender Markt, und Lewa ist seit Langem in bestimmten Nischen dieses Marktes Technologieführer. Lewa gehört zu den Unternehmen, deren Produkte industrielle Prozesse optimieren helfen – solche Unternehmen können in allen Kon-junkturphasen erfolgreich sein, und ihnen bieten sich Wachs-tumschancen: durch Übertragung der Technologie auf andere Anwendungsgebiete oder durch den Eintritt in neue regionale Märkte.

Darüber hinaus erfüllte Lewa die Kriterien, die für uns besonders wichtig sind: Das Geschäftsmodell war langfristig erprobt, das Unternehmen hatte sich in einer von uns favorisierten Branche eine herausgehobene Marktstellung erarbeitet. Wir verstehen uns nicht als Sanierer, sondern vielmehr als jemand, der Hürden auf einem Erfolg versprechenden Weg überwinden hilft. Dass es dabei nicht immer nur aufwärts gehen kann, wissen wir als Investor in zyklischen Branchen allerdings auch.

Die Begleitung von Lewa erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Jahren. Innerhalb dieser Zeit konnte sich das Unternehmen so gut entwickeln, dass die Resultate am Ende deutlich über den Planungen lagen. Dazu hat das freundliche konjunkturelle Umfeld gewiss beigetragen. Entscheidend war aber, dass wir mit dem unternehmerisch agierenden Management eine anspruchsvolle Strategie erarbeitet und dann die Bedingungen geschaffen haben, diese Strategie in guter Zusammenarbeit aller Beteiligten umzusetzen.

Lewa – ein Musterkandidat

  • Fokus-Branche Industrie
  • Unternehmernachfolge
  • Gute Marktstellung
  • Gute Technologieposition
  • Schwer substituierbares Produkt
  • Kapitalbedarf
  • Mittlere Unternehmensgröße
  • Profitabilitätsreserven
Der Weg zur Wertsteigerung

Für uns ist die Phase des Erwerbs entscheidend. Hier können wir Ziele vereinbaren und die wesentlichen Eckpfeiler der Strategie definieren. Dies tun wir gemeinsam mit dem jeweiligen Management. Auch bei Lewa: Als erfahrener Finanzinvestor entwickelten wir 2005 zusammen mit der neuen Führung ein wirtschaftlich tragfähiges Zukunftskonzept.

Unser Zugang zu einem breit gefächerten Netzwerk aus Branchenexperten und unsere lange Präsenz im Markt gewährleisten einen kontinuierlichen Strom neuer Investitionsideen. Um sie zu analysieren, stehen uns interne Research-Kapazitäten zur Verfügung, die wir in den vergangenen Jahren substanziell erweitert haben.

In der Folge unterstützen wir das Management durch aktive Mitarbeit in den Aufsichtsgremien – entweder über die Tätigkeit im Aufsichtsrat oder, so wie bei dem Leonberger Pumpenhersteller, über den Beirat.

Auf der Grundlage der vereinbarten Ziele entwickelte sich Lewa überplanmäßig gut. Das Unternehmen baute seinen Umsatz aus, steigerte die Effizienz in der Führungs- und Arbeitsorganisation und wurde damit auch deutlich profitabler.

Wie sehr sich Lewa verändert hat, verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen: In den 20 Jahren vor dem Einstieg der Deutschen Beteiligungs AG und ihres Parallelfonds wuchs der Umsatz durchschnittlich um rund 3,5 Prozent im Jahr. Während der Zeit unserer Beteiligung vervielfachte sich das Umsatzwachstum auf durchschnittlich 15 Prozent jährlich. Die Ertragsentwicklung war noch erfreulicher: Die Wachstumsrate, die zuvor unter fünf Prozent gelegen hatte, vervielfachte sich auf mehr als 20 Prozent.

Treiber der Entwicklung war ein personell verstärktes und unternehmerisch denkendes Management, das mit den Wertsteigerungshebeln von Industrieunternehmen eng vertraut ist. Die beiden zentralen Wertsteigerungshebel bestanden in der Internationalisierung des Vertriebs sowie in der Übertragung der Technologie auf neue Anwendungsgebiete.

Als wichtigen Erfolgsfaktor betrachten wir auch die unternehmerische Beteiligung des Managements: Im Rahmen eines Management- Buy-outs wird der Manager zum Miteigentümer. Dies stärkt seine Glaubwürdigkeit im operativen Geschäft und fördert ein gesundes unternehmerisches Handeln. Bei Lewa wurde zudem das Prinzip Verantwortung verstärkt, indem auch auf der zweiten und dritten Führungsebene ein Beteiligungsprogramm eingeführt wurde.

Der erfolgreiche Verkauf Wenn für ein Unternehmen zur selben Zeit verschiedene passende Verkaufsoptionen bestehen, ist das eine besonders komfortable Situation. Bei Lewa war dies der Fall: Aufgrund seiner Entwicklung und Positionierung war das Leonberger Unternehmen gleich für mehrere strategische Investoren ein attraktiver Erwerbskandidat. Nach entsprechenden Verhandlungen fiel die Entscheidung auf den Wunschkandidaten des Lewa-Managements, die japanische Nikkiso Co., Ltd. Damit hat Lewa in Zukunft einen optimalen Zugang zum weltweiten Markt und kann sich im Rahmen der neuen Strukturen sehr gut weiterentwickeln.

 

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06.02.2012 17:35:58
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