Durch Mitarbeit Mut zur VeränderungMal sehen, was da kommt.“ Abwartend, so beschreiben die beiden Betriebsräte ihre Reaktion im Sommer 2005, nachdem feststand, dass zwei Finanzinvestoren künftig Gesellschafter ihres Arbeitgebers sein würden. Ja, es habe Ängste unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegeben, berichtet Bernhard Holland, den seine Kollegen zum Vorsitzenden des Betriebsrats gewählt haben. Selbstverständlich sei auch das Wort „Heuschrecke“ gefallen, ergänzt Stellvertreterin Andrea Bräunig. Denn: „Die Deutsche Beteiligungs AG war für uns ein unbeschriebenes Blatt, wir konnten sie nicht einschätzen.“ Das hat sich geändert. „Ich betrachte die Geschichte im Rückblick positiv“, räumt Betriebsrat Holland jetzt, 2009, freimütig ein. Man darf ihm zutrauen, dass seine Einschätzung fundiert ist. Holland blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte Betriebszugehörigkeit zurück und kann gewiss beurteilen, was sich mit dem Gesellschafterwechsel und dem damit verbundenen Wechsel in der Geschäftsführung im Unternehmen verändert hat. „Wir wurden erstmals mit Zahlen versorgt, es gab eine ganz neue, andere Form der Kommunikation“, erinnert sich Holland. „Wir wussten nun, wo wir stehen.“ Als Gesellschafter schaffen wir die Voraussetzungen, dass unsere Portfoliounterneh-men allen Anspruchsgruppen gerecht werden können. Mit unserem Kapital erhalten Management und Mitarbeiter unserer Beteiligungen den Handlungsspielraum, um ihre Leistungen entfalten zu können. Mit ihrem Einsatz schaffen sie ein Unternehmen, das seine Produkte und Leistungen erfolgreich am Markt verkaufen kann – so werden Arbeitsplätze sicherer. Vertrauen gewinnen und Man habe sich von dem neuen Wind durchaus begeistern lassen. Schulungen und Qualifizierungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten plötzlich einen ganz neuen Stellenwert bekommen, hebt Andrea Bräunig hervor, die neben ihrer Betriebsratstätigkeit im Projekt Lewa-Fit an Planung und Durchführung von Workshops mitwirkt. Auch sie hat mit mehr als 20 Jahren den größten Teil ihres Berufslebens bei Lewa verbracht. Das klassische Vorschlagswesen etwa, so berichtet sie, habe lange vor sich hingedümpelt. Unter der neuen Ägide seien dann die Ideen und Vorschläge aus der Belegschaft systematisch in Entwicklung, Produktion und Vertrieb eingeflossen. „Das tut dem Unternehmen gut.“ ![]() Bernhard Holland und Andrea Bräunig, Mitglieder „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nun auch die Arbeitsprozesse beeinflussen“, hebt Betriebsrat Holland hervor: Über den Abteilungsrand zu blicken und sich kennenzulernen, etwa in einem der zahlreichen Workshops, sei ebenfalls eine durchaus vorteilhafte Neuerung. Wenn er hingegen von „klaren, sehr anspruchsvollen Jahreszielen“ spricht, die 2006 erstmals vorgegeben worden seien, spürt man noch etwas von dem damaligen Unbehagen ob so vieler Veränderungen. Für langjährige Mitarbeiter sei der Wechsel von der Familiengesellschaft zur Beteiligung eines Finanzinvestors schon eine große Umstellung gewesen. Dem Unbehagen folgten Veränderungen – positive: Als „Ansporn“ sehe er die Ziele heute, stellt Holland fest. Beigetragen dazu hätten auch die Prämien, die für alle nach den beiden besonders guten und für die Entwicklung insgesamt sehr hilfreichen Boomjahren 2007 und 2008 nach dem Erreichen der Ziele gezahlt worden seien. Mit dem Wort „Heuschrecke“ können die beiden Arbeitnehmervertreter im Zusammenhang mit ihrem Arbeitgeber aber nichts anfangen: „Eine entsprechende Mentalität haben wir hier nicht kennengelernt.“ |